Schon die Römer badeten hier – und zwar richtig luxuriös
Vor rund 1800 Jahren gab es in der Thermengasse grosse römische Badeanlagen. Sie hatten kalte, warme und heisse Räume und sogar eine Bodenheizung, die mit Feuer betrieben wurde. Baden war damals nicht nur zum Waschen da – es war ein Anlass, um sich zu treffen.
Im Mittelalter badeten die Menschen im Fluss – später wurde Baden verboten
Im Mittelalter gingen die Leute gerne in der Limmat, im See und in Badestuben baden. Doch Krankheiten breiteten sich aus, und die Kirche hielt Baden für unsittlich. Darum wurde in der Reformation im 16. Jahrhundert das öffentliche Baden verboten.
Ab dem 19. Jahrhundert entstanden wieder Badis – aus hygienischen Gründen
Um 1800 hatten viele Haushalte kein eigenes Badezimmer. Darum baute die Stadt Zürich öffentliche Badehäuser aus Holz, sogenannte Kastenbäder. 1837 wurde das erste Frauenbad gebaut, damit Frauen geschützt baden konnten.
Die Zürcher Badekultur wurde modern – Baden wurde Freizeit und Spass
Im 20. Jahrhundert verschwanden strenge Regeln und die Geschlechtertrennung. Neue Anlagen wie See- und Flussbäder, Strandbäder mit Liegewiesen und später Hallenbäder entstanden. Heute hat Zürich eine der höchsten Badi-Dichten der Welt.
Badekultur verbindet Geschichte und Moderne – Zürich als Badi-Stadt
Einige historische Badeanstalten wurden im Laufe der Zeit abgerissen, andere wurden erneuert und bestehen bis heute. Zürich entwickelte sich von einfachen Holzbauten zu einer Badi-Stadt, in der Baden Teil von Alltag, Erholung und Sommerkultur ist.
Rathgeb, St.: «Aus hygienischen Gründen»: 125 Jahre Frauenbadi in Zürich.